Anfang 2026 habe ich eine Stelle als Kooperationsprofessor für Erdsystemmodellierung und tropische Küstensysteme an der Universität Bremen und dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) angetreten.
Nach Bremen zu kommen bedeutet für mich dahin zurück zu kommen, wo meine Reise in die Meeresforschung mit dem Physikstudium von 2004-2009 und meiner Diplomarbeit bei Dirk Olbers am Alfred Wegener Institut begonnen hat.
Hier und während meiner Doktorarbeit bei Carsten Eden am Helmholtz Zentrum GEOMAR in Kiel und der Universität Hamburg aber auch während eines Post-Docs in Delft habe ich in den Bereichen der theoretischen Ozeanographie und idealisierten Ozeanmodellierung am Verständnis der Turbulenz im Ozean gearbeitet.
Seit 2017 habe ich mich an der Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) der Verbesserung und Erweiterung der Ozeankomponente von Klimamodellen gewidmet und zwischen 2022 und 2025 mit Peter Korn die Gruppe für Komplexe Modellierung und Extremes Computing am MPI-M geleitet. Hier habe ich mich intensiv mit der Realisierung und Auswertung einer neuen Generation von hoch aufgelösten Ozean- und Klimasimulationen befasst und kleinskalige Ozeanprozesse, tropische Zyklone und Atmosphäre-Ozean Wechselwirkungen untersucht.
Mit meiner Erfahrung in der Erdsystemmodellierung, möchte ich jetzt am ZMT tropische Küstensysteme gezielt in den Blick nehmen. Dabei werde ich weiter an der Erweiterung der Erdsystemmodelle arbeiten, um wichtige Prozesse für tropische Küsten genauer zu berücksichtigen. Des weitern, möchte ich mit meinem Team auch verstärkt ökologische, bio-geochemische und sozio-ökonomische Wechselwirkungen in den Blick nehmen, um politische Entscheidungsprozesse zu unterstützen und die Resilienz im Globalen Süden zu stärken.
Arbeitsgruppe Erdsystemmodellierung
Unsere Gruppe untersucht neue Modellierungstechniken und -strategien zum Verständnis des Klimasystems, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Darstellung von Ozeanturbulenzen in tropischen Küstenregionen liegt. Zu diesem Zweck führen wir hochauflösende Simulationen durch, die so viel wie möglich vom Turbulenzspektrum direkt erfassen. Für Turbulenzprozesse, die noch ungelöst sind, entwickeln und implementieren wir neuartige Parametrisierungen.
Innerhalb dieses Modellierungsrahmens untersuchen wir, wie turbulente Transporte von Wärme, Energie und Tracern die lokale Zirkulation, die biogeochemische Dynamik, ökologische Prozesse und die Ausbreitung von Schadstoffen beeinflussen. Unsere Simulationen liefern auch wichtige Eingabedaten für andere Forschungsaktivitäten innerhalb des ZMT und TropEcS und tragen dazu bei, das physikalische System mit biogeochemischen, ökologischen und sozioökonomischen Perspektiven zu verbinden.
Letztendlich zielt unsere Forschung darauf ab, relevante Informationen für Küstenschutzmaßnahmen und wirtschaftliche Anpassungsstrategien bereitzustellen, um den Auswirkungen des Klimawandels in tropischen Küstengebieten zu begegnen.
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