Diese Jahr werden drei Forschende im Rahmen des NAM-Stipendienprogramms jeweils drei Monate am ZMT verbringen. Das Stipendium des ZMT und des Centre for Science and Technology of the Non-Aligned and Other Developing Countries (NAM S&T Centre) wird bereits zum 18. Mal vergeben und ermöglicht einen Forschungsaufenthalt am ZMT in Bremen.

Die NAM-Stipendiatinnen und -Stipendiaten können ihre Forschungskompetenzen in den Bereichen Ökologie, Biogeochemie, ökologische Modellierung, Sozialwissenschaften sowie tropische Meeres- und Küstensysteme weiterentwickeln.

Seit dem Start des Programms im Jahr 2008 hat das ZMT NAM-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus verschiedenen Ländern des Globalen Südens begrüßt, darunter Indonesien, Malaysia, Sri Lanka, Bangladesch, Kolumbien, Kenia, Mauritius, Nigeria, Gambia und Madagaskar. Aus einigen dieser Stipendienaufenthalte sind längerfristige Forschungskooperationen entstanden.

Hier stellen wir die NAM-Stipendiatinnen und -Stipendiaten vor: 

Porträt eines Mannes im Anzug mit Krawatte vor einem dunklen Hintergrund. Er blickt mit ruhigem, neutralem Gesichtsausdruck direkt in die Kamera.

 

R.M.N.P.K. Jayasinghe (Naleen) | Kommissarischer Forschungsdirektor | Heimatinstitution: Gem and Jewellery Research and Training Institute (GJRTI), Sri Lanka

Wir freuen uns, Naleen Jayasinghe, kommissarischer Forschungsdirektor am Gem and Jewellery Research and Training Institute (GJRTI) in Sri Lanka, als NAM-Stipendiaten am ZMT begrüßen zu dürfen.

Naleen verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen in der raumbezogenen Forschung, der Erkundung mineralischer Rohstoffvorkommen und der Entwicklung nationaler politischer Strategien. Er hat einen Master of Philosophy (M.Phil.) in Geowissenschaften sowie einen Master of Science (M.Sc.) in Geoinformationssystemen (GIS) und Fernerkundung an der University of Peradeniya in Sri Lanka erworben. Im Mittelpunkt seiner bisherigen Arbeit steht die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Dazu zählen wegweisende Forschungsarbeiten zur Kartierung potenzieller Edelsteinvorkommen, zu umweltfreundlichen Bergbauverfahren und zur Goldraffination ohne den Einsatz von Quecksilber.

Am ZMT wird Naleen gemeinsam mit Dr. Daniel Schürholz in der Arbeitsgruppe Data Science and Technology an dem Projekt „Eine datenwissenschaftliche Prozesskette für Entscheidungen in der Blauen Wirtschaft: Maschinelles Lernen und raumbezogene Modellierung zur nachhaltigen Standortwahl für die Perlenzucht im Golf von Mannar, Sri Lanka“ arbeiten. Das Forschungsprojekt unterstützt unmittelbar die nationale Initiative Sri Lankas zum Wiederaufbau einer nachhaltigen Perlenindustrie. Dabei verbindet Naleen seine Expertise in der Geodatenanalyse mit modernen datenwissenschaftlichen Methoden, um eine nachhaltige Blaue Wirtschaft zu fördern.

Auch außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit interessiert sich Naleen für die Naturfotografie und die Erkundung von Küstenökosystemen. Wir freuen uns auf eine produktive und inspirierende Zusammenarbeit während seines Aufenthalts am ZMT.


Porträt einer Frau mit einem freundlichen, leichten Lächeln vor einem einfarbigen grünen Hintergrund. Sie blickt direkt in die Kamera.

 

Dr. Syuhaida Ismail | Associate Professor | Heimatinstitution: Malaysia-Japan International Institute of Technology (MJIIT), Universiti Teknologi Malaysia (UTM), Malaysia

Dr. Syuhaida Ismail vom Malaysia-Japan International Institute of Technology (MJIIT) an der Universiti Teknologi Malaysia (UTM) wird vom 6. Oktober 2026 bis zum 3. Januar 2027 als Forschungsstipendiatin des NAM S&T Centre am ZMT zu Gast sein.

Mit ihrem fachlichen Hintergrund im Bauingenieurwesen und Projektmanagement deckt Syuhaida in ihrer interdisziplinären Forschung ein breites Themenspektrum ab. Dazu gehören nachhaltige Infrastruktur, maritime Entwicklung und Hafenentwicklung, Governance der Blauen Wirtschaft, Klimaresilienz und der Schutz der Meeresumwelt. Vor ihrer Rückkehr an die UTM war sie als Forschungsdirektorin am Maritime Institute of Malaysia (MIMA), einer Einrichtung des malaysischen Verkehrsministeriums, tätig und übernahm dort zeitweise auch die kommissarische Generaldirektion.

Am ZMT wird sie in der Arbeitsgruppe Deliberation, Valuation and Sustainability an dem Projekt „Integration naturbasierter Lösungen in die Politikgestaltung für eine klimaresiliente Blaue Wirtschaft in tropischen Küstenökosystemen im Umfeld von Häfen und Küstengemeinden“ forschen. Dabei wird sie Fallbeispiele aus tropischen Hafenregionen und angrenzenden Küstengemeinden untersuchen und zur Entwicklung eines Rahmenkonzepts für naturbasierte Lösungen im Zusammenspiel von Häfen und Küstengemeinden beitragen. Dieses soll ökologische Resilienz, Hafenentwicklung, die Interessen lokaler Gemeinschaften und die politischen Rahmenbedingungen der Blauen Wirtschaft miteinander verbinden.

Ein übergeordnetes Anliegen ihrer Forschung ist es, Erkenntnisse aus Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Politik in praxisnahe Strategien für Regierungen, Wirtschaft und Küstengemeinden zu übersetzen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den Wechselwirkungen zwischen Häfen, lokalen Gemeinschaften und tropischen Küstenökosystemen.

Abseits ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit reist Syuhaida gerne, entdeckt andere Kulturen und tauscht sich mit Menschen unterschiedlicher Herkunft aus. Während ihres Aufenthalts freut sie sich auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit und darauf, Teil der ZMT-Gemeinschaft in Bremen zu werden.


Porträt einer lächelnden Frau mit Hut inmitten einer grünen Mangrovenlandschaft. Im Hintergrund sind dichte Bäume und ein Wasserlauf zu sehen.

 

Frida Sidik ist leitende Wissenschaftlerin am Forschungszentrum für Ökologie der Nationalen Forschungs- und Innovationsagentur (BRIN) in Indonesien. Als Mangrovenökologin beschäftigt sie sich in ihrer Forschung insbesondere mit der Dynamik des sogenannten „Blauen Kohlenstoffs“ (Blue Carbon), der Biogeomorphologie von Mangroven sowie der Wiederherstellung geschädigter Mangrovenökosysteme.

Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegt darauf, Erkenntnisse aus der Forschung zum Blauen Kohlenstoff und zur Mangrovenökologie in wissenschaftlich fundierte politische Handlungsempfehlungen und praktische Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen zu überführen.

Im Rahmen ihres Stipendiums am ZMT wird Frida Sidik gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Zimmer in der Arbeitsgruppe Mangrovenökologie untersuchen, wie sich durch natürliche Regeneration wiederhergestellte Mangrovenbestände entwickeln und welches Potenzial sie für die Kohlenstoffspeicherung besitzen.